Die Perspektive ist ein wichtiges, grundlegendes Gestaltungsmittel in der Fotografie.
Mit ihr werden die Tiefe und Räumlichkeit eines Bildes ausgedrückt.
Ein Bild kann nur die Höhen- und Breitenverhältnisse eines Motivs darstellen und daher wird versucht mit Hilfe der Perspektive den Raum darzustellen.
Der Raum kann gedehnt oder komprimiert werden und Gegenstände sehr vergrößert und dadurch hervorgehoben oder bis zur Bedeutungslosigkeit verkleinert werden.
Grundsätzlich heißt es in der Fotografie das allein der Standort der Aufnahme die Perspektive, den räumlichen Eindruck, bestimmt. Daher gilt für die Perspektive die folgende Definition: Die Perspektive ist die zweidimensionale Darstellung von räumlichen Gegebenheiten.
Verschiedene Arten der Perspektive und ihre Wirkung
Für das Fotografieren ist die Kenntnis über verschiedene Perspektiven und ihre Wirkung nicht unwesentlich. Durch die Veränderung der Perspektive können Bilder mit dem gleichen Motiv völlig unterschiedliche Wirkungen haben, die Fotos erhalten eine andere Dynamik.
Die Froschperspektive
Wird das Bild vom Boden aus gemacht, dann nennt man das Froschperspektive.
Das Bild wirkt dann langgezogen und deutlich größer, somit erhabener.Zuweilen können Motive, aufgenommen in der Froschperspektive auch bedrohend wirken.
Gerade bei Naturmotiven, zum Beispiel Bäume, können Aufnahmen aus der Froschperspektive manchmal zu einer gewissen Orientierungslosigkeit im Auge des Betrachters führen, da die Anordnung der Bildelemente im Raum zunächst unklar sein kann. Soll dagegen in einem Bild verdeutlicht werden wie hoch Wolkenkratzer sind, wirken diese aus der Froschperspektive aufgenommen gigantisch.

Die Vogelperspektive
Wird das Bild von einem hohen Standpunkt aus gemacht, also das Motiv von oben herab fotografiert,nennt man das Vogelperspektive. Bilder, die aus der Vogelperspektive heraus aufgenommen werden, haben eine ganz besondere Wirkung auf den Betrachter. Die Motive wirken klein ud gestaucht, strahlen aber auch eine gewisse Erhabenheit, fast ein Stück Überheblichkeit aus. Desweiteren fügen sich Motive, aus der Vogelperspektive aufgenommen, besser in den Hintergrund ein. In der Makro-Fotografie ist die Vogelperspektive die Standardansicht, da sich kleine Dinge naturgemäß am besten von oben fotografieren lassen.

Die Normalperspektive
Bei der Normalperspektive befindet sich das Motiv auf der Augenhöhe.
Das Motiv wird in seiner natürlichen Wirkung abgebildet. Diese Perspektive eignet sich besonders, wenn Personen oder Gegenstände möglichst originalgetreu abgebildet werden sollen.Sie entspricht der natürlichen Wahrnehmung des Zuschauers.

Die Farb- und Formenperspektive
Die Farb- und Formperspektiven sind ebenfalls sehr reizvoll, um räumliche Tiefe darzustellen. Bei der Farbperspektive ändert sich der Farbverlauf, zum Beispiel nimmt die Farbkraft des Gesamtmotives ab, je weiter die Objekte entfernt sind.
Die Formperspektive stellt die räumliche Tiefe durch den Formvergleich dar, ähnliche Objekte eines Gesamtmotives werden zum Beispiel in der Ferne immer kleiner.
Zusammenfassend ist zu sagen,dass durch die Änderung der Aufnahmeperspektiven viel an einer Bildaussage verändert werden kann. Mit der Kenntnis der Wirkung dieser perspektivischen Gesetzmäßigkeiten können bewußt Aufnahmen gestaltet werden.
